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JUST!-Girls

Das Foto enstand bei einem Graffiti-Workshop im Rahmen des Projektes JUST!-Girls. Der Workshop fand an der Blue Box in Siegen in Kooperation mit Stylefiasko statt.

2. Fachtag Jugendsozialarbeit in der Bismarckhalle

Mit dem Schwerpunktthema der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit fand am 9. November 2018 zum zweiten Mal der Fachtag Jugendsozialarbeit statt.

Wie 2017 waren auch in diesem Jahr mehr als 100 Besucher gekommen, um fachlichen Austausch zu führen, inhaltliche Impulse zu erhalten und mehr über konkrete Handlungsansätze zu erfahren. Die Arbeitsfelder der Gäste waren weit gestreut, es nahmen unter anderem Fachkräfte der Schulsozialarbeit, der Berufsberatung, des Jobcenters, der Jugendämter, von Beratungsstellen, aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendhilfe oder von Bildungsträgern teil. Der Fachtag selbst ist entstanden aus dem Programm Jugend Stärken im Quartier (JUSTiQ), das die Jugendsozialarbeit in der Region durch verschiedene Projekte mitgestaltet. Es sind die Kompetenzagentur, die 2. Chance, JUST!, das Forum B und die Jugendberatungsstelle Stellwerk – alle von Förderband ausgerichtet. Die Besonderheit dabei ist, dass das Jugendamt der Stadt Siegen, vertreten durch Carsten Hermann und das Kreisjugendamt mit Gerold Wagener und Sandra Thiemt dieses Programm in enger Abstimmung koordinieren und so ein prägendes Beispiel für eine übergreifende Zusammenarbeit geben. Das JUSTiQ-Projekt Stellwerk hat den konzeptionellen Auftrag die Vernetzung der Fachkräfte im Bereich Jugendsozialarbeit sowie den gegenseitigen Austausch zu aktuellen und zukünftigen Projekten zu fördern und so auch den Fachtag mitauszurichten.

Auf der Tagesordnung des Fachtages stand nach dem Grußwort von André Schmidt, dem Dezernenten der Stadt Siegen, der Fachvortrag zur Mitwirkung der Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder von Prof. Dr. Werner Sacher von der Universität Hildesheim. Er führte an, dass den Eltern sehr große Bedeutung bei der Berufswahl ihrer Kinder zukommt, sie wirken gewollt oder ungewollt dabei mit, wie Kinder sich selbst sehen und geben ihre Wertüberzeugungen weiter. Ihr Einfluss liegt weit vor dem von Lehrern, Berufsberatern oder der Peergroup. Prof. Dr. Werner Sacher ermunterte das Publikum mit den Eltern zu arbeiten, ihnen bewusst zu machen, welchen Einfluss sie haben und diesen günstig für ihr Kind zu gestalten.  

Das Schwerpunktthema des Tages zur übergreifenden Zusammenarbeit behandelte Jun.-Prof. Dr. Eckart Diezemann von der Universität Siegen in seinem Vortrag  zur vernetzten Multiprofessionalität in den Arbeitsfeldern der sozialen Arbeit. Er stellte exemplarisch am Beispiel des Übergangs Schule-Beruf heraus, dass die unterschiedlichen Professionen zum Teil wenige Überschneidungspunkte haben und plädierte dafür eine Zusammenarbeit fallbezogen, an der Entwicklung des einzelnen orientiert, auf wissenschaftlicher Basis und in Kooperation auf Augenhöhe anzugehen. Er prägte den Begriff des Entwicklungsnetzwerkes.  

Ganz praktisch wurden im Anschluss daran bereits bestehende Kooperationen vorgestellt. So berichtete Frau Bosch vom Regionalen Sozialen Dienst Mitte von den Erfahrungen über Fallkonferenzen, an denen Fachkräfte verschiedener Rechtskreise fallbezogen teilnehmen, um den einzelnen jungen Menschen passgenaue, nachhaltig wirkende Hilfen zu ermöglichen. Carsten Hermann stellte die Zusammenarbeit des Ordnungsamtes und des Projektes JUST! im Einsatz auf der Straße dar.

Auch in diesem Jahr gab es einen Markt der Jugendhilfen, den verschiedene Einrichtungen nutzten, um ihr Angebot bekannt zu machen. Förderband stellte dabei die JUSTiQ-Projekte, die Jugendwerkstatt und die Produktionsschule vor. Auch Stellwerk war mit der neuen Datenbank Jugendhilfen Siegen-Wittgenstein vertreten. Die Datenbank enthält alle uns bekannten Hilfen für Jugendliche und junge Erwachsene der Region und ist online unter www.jugendhilfen-siegen-wittgenstein.de zu erreichen.

In der Pause und am Ende des Fachtages waren die Teilnehmer dazu angehalten sich mit verschiedenen Fragestellungen z.B. zum Übergangssystem oder fehlenden Angeboten auseinanderzusetzen und ihre Gedanken dazu auf’s Papier zu bringen. Gefragt wurden die Teilnehmenden auch nach ihren Wünschen für den nächsten Fachtag – dieser ist bereits in Planung.

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